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Internationale Physik-Olympiade 2008
5 Honorable Mentions für 5 Jungphysiker
An der 39. Internationalen Physik-Olympiade in Hanoi (Vietnam) holten Dominik Wild (17) aus Remetschwil (AG), Philipp Wirth (18) aus Gais (AR), Roland Diggelmann (19) aus Appenzell (AI), Vladimir Serbinenko (20) aus Villarimboud sowie Levy Jäger (17) aus Einsiedeln (SZ) je eine Honorable Mention. Damit haben sich alle fünf Teammitglieder gut positioniert. Die Mittelschüler verbrachten zusammen mit 374 Teilnehmenden aus 82 Ländern eine unvergessliche olympische Woche, die neben den Prüfungen auch Zeit für internationale Begegnungen und kulturelle Entdeckungen bot.

Flaggen von 82 Ländern, asiatische Freundlichkeit, olympisches Ambiente – nicht Peking, sondern Hanoi heisst der Austragungsort der 39. Internationalen Physik-Olympiade. Auch die Jungphysiker befassten sich mit Smog – aber es ging nicht um den Marathonlauf, sondern um eine 5-stündige Prüfung, in der sie u.a. die CO-Konzentration während einer Inversionslage berechnen mussten. In diese Aufgabe über Thermodynamik sei auch ein Seitenwind einzubeziehen gewesen. 80'000 Mopeds (mit 2 – 3 Passagieren) hätten im wirklichen Hanoi das lebhafte Stadtbild geprägt und seien wohl Ursprung der Aufgabe gewesen, stellt Dominik Wild der Kantonsschule Wettingen (AG) fest. „Verschiedene Aufgaben wiesen einen starken kulturellen Bezug zu Vietnam auf. So hätten sie sich auch mit einem traditionellen, mit Wasser betriebenen Reismörser befasst, mit dem noch im letzten Jahrhundert die Körner geschält wurden“, berichtet der Beste des Teams. Hier mussten die Jugendlichen Drehmoment, Energie und verschiedene Winkel der Konstruktion berechnen. Auf einem der Ausflüge aufs Land, hätten sie das Objekt ihrer Berechnungen dann in Natura gesehen.

Tscherenkov Strahlung und Ultraschall
Tscherenkov Strahlung entsteht, wenn sich geladene Teilchen in einem Medium mit höherer Geschwindigkeit als das Licht bewegen. „Die Fragen hierzu waren für uns Schweizer perfekt: kaum jemand kannte die Situation im Detail und man konnte die Lösung durch Überlegen finden, das gefiel mir“, erzählt Diggelmann. Er habe an ein Ultraschallflugzeug denken müssen und habe so die notwendigen Formeln ableiten können. „Die Mannschaft war leistungsmässig fähig und sehr homogen“, findet Alfredo Mastrocola, der das Schweizer Team seit Jahren begleitet. In ihrer gewinnenden Art, hätten sie sich im internationalen Ambiente als eines der bekanntesten und beliebtesten Teams erwiesen. Physikalisch gepunktet hätten sie vor allen in der Praxis. In der fünfstündigen Prüfung mussten sie die Erstarrungstemperatur eines unbekannten, kristallinen Pulvers bestimmen und den Wirkungsgrad einer Solarzelle ermitteln. „Zum Glück haben wir in der Schule sowie in den Vorbereitungskursen einiges über die praktische Handhabung physikalischer Messgeräte gelernt, das hat uns sehr geholfen!“ stellt er Philipp Wirth, der zusätzlich den Ostschweizer Vertiefungskurs besucht hat, lobend fest.

Höhlenlabyrinth und Nobelpreisträger
Zwischen den Prüfungen entdeckten die Jugendlichen traumhafte Seiten von Vietnam. „In Trang An verbindet eine Reihe von Höhlen verschiedene einsam gelegene Seen“, erzählt Diggelmann fasziniert. „Man erblickt plötzlich einen Tempel und realisiert, dass man durch das Hölenlabyrint ins nächste Quertal gelangt ist“. „Wir haben mit physikbegeisterten Jugendlichen aus 5 Kontinenten diskutiert: die Atmosphäre an der IPhO ist schon etwas ganz Besonderes, fügt Wild hinzu. Ein weiterer Höhepunkt sei das Referat von Nobelpreisträger Jerome Isaac Friedman gewesen, das er vor 2000 Menschen gehalten habe – wen lässt es schon kalt, wenn der Entdecker der Quarks persönlich auftritt.
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Die Internationale Physik-Olympiade (IPhO) ist ein Wettbewerb für junge Mittelschülerinnen und Mittelschüler aus fünf Kontinenten, die sich in Physik für mehr als den Schulstoff interessieren. Das Ziel der Olympiaden ist die Herausforderung und Ermutigung wissenschaftlich interessierter und begabter Jugendlicher. Entstanden ist sie 1967 in Polen, nach dem Vorbild der bereits länger bestehenden Mathematik-Olympiade. An der internationalen Physik-Olympiade 2008 nahmen 374 Mittelschüler aus 82 Ländern teil. An zwei Tagen wurden während je 5 Stunden theoretische Aufgaben und experimentelle Probleme gelöst. Die Schweiz macht zum 13. Mal mit. Die 5 Teammitglieder werden im Rahmen einer gesamtschweizerischen Ausscheidung in mehreren Runden ermittelt. Die schweizerische Ausscheidung, das Training und die Begleitung ins Ausland werden von SwissPhO – dem Verein Schweizer Physik-Olympiaden organisiert und durchgeführt. Als Leader und Mitglieder der internationlen Jury reisten Yves Barmaz (VS), Doktorand an der Universität Genf, Albert Strupler (TI) Gymnasiallehrer aus Lugano und Alfredo Mastrocola (AG) nach Hanoi. Parallel zu den SwissPhO-Vorbereitungen boten Ostschweizer Gymnasiallehrer an 5 Samstagen einen von der Metrohm Stiftung Herisau (AR) finanzierten Vertiefungskurs an, in dem die Mittelschüler Grundlagen für die Lösung von Aufgaben auf Physik-Olympiadenniveau erlernen konnten. Weitere nationale und internationale Olympiaden finden in den Disziplinen Biologie, Chemie, Informatik und Mathematik statt. Im Rahmen des Verbands Schweizer Wissenschafts-Olympiaden gibt es Austausch und Zusammenarbeit unter den verschiedenen Disziplinen.


Anmeldung für die Teilnahme 09: ab Herbst 08. Destination: Mexiko