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Schweizer Informatik-Olympiade 2010
Top-Nachwuchsinformatiker auf dem Weg nach Waterloo

Am Samstag wurden in Zürich die 12 besten Teilnehmenden der Schweizer Informatik-Olympiade 2010 gekürt. Gold ging an Samuel Grütter aus Gümligen (Gymnasium Kirchenfeld, BE), Timon Gehr aus Rehetobel (Kantonsschule Trogen, AR), Alain Vaucher aus Ecublens (Collège Sainte-Croix, FR) und an Josef Ziegler aus Altdorf (Kantonale Mittelschule Uri, UR). Die Goldmedaillengewinner werden die Schweiz an der internationalen Informatik-Olympiade in Kanada vertreten. Für das Team der Mitteleuropäischen Informatik-Olympiade in der Slowakei nominiert wurden die folgenden Junginformatiker: Josef Ziegler aus Altdorf (Kantonale Mittelschule Uri, UR), Lazar Todorovic aus Stäfa (Realgymnasium Rämibühl, ZH), Nikola Djokic aus Luzern (Kantonsschule Luzern, LU) und Thomas Leu aus Teufen (Kantonsschule Trogen, AR).

Seit 1996 wird jährlich die Schweizer Informatik-Olympiade durchgeführt, an der sich die besten Programmiercracks des Landes für die Teilnahme an der Internationalen Olympiade – dieses Jahr im August in Waterloo (Kanada) – qualifizieren können. Die Finalisten mussten sich in einem mehrstufigen und anspruchsvollen Wettbewerb bewähren. Seit dem Beginn der aktuellen Olympiade im Oktober 2009 mussten die Schülerinnen und Schüler Strategien zur Lösung komplexer Aufgaben austüfteln und in möglichst schnelle Computerprogramme umsetzen. 45 Schülerinnen und Schüler nahmen an der ersten Runde teil und absolvierten einen praktischen oder einen theoretischen Teil. Dabei ging es etwa um die optimale Organisation eines Hockey-Turniers, einen effizienten Trainingsplan für eine Leichtathletin oder um die Programmierung eines möglichst kundenfreundlichen Geldautomaten. Nach der zweiten Runde qualifizierten sich die besten 12 Teilnehmenden für ein Trainingscamp in Davos, an dem ihnen weiteres Wissen etwa über Algorithmen und Datenstrukturen vermittelt wurde. Der Wettkampf fand seinen Höhepunkt und Abschluss in einer zweiteiligen Finalrunde, an der 4 Programmierwettbewerbe auf höchstem Niveau gelöst werden mussten.

Nachwuchsförderung
Ziel der Informatik-Olympiade ist die Förderung und Motivation dringend benötigter Nachwuchskräfte für die Zukunft und die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Informatiker im internationalen Umfeld. Die beiden Finalrunden konnten dank Unterstützung der Partner an der Credit Suisse Business School sowie am IBMITpoint in Zürich durchgeführt werden. Die Credit Suisse hat ein ureigenes Interesse, sich für den Informatiknachwuchs zu engagieren, wie Markus Moll von der Credit Suisse IT unterstreicht: „Wir müssen den Nachwuchs möglichst früh fördern, nicht erst auf Hochschul-Niveau“. Für die IBM ist laut Pius Meier zentral „die Jungen zu fördern und den Kontakt mit zukünftigen Studierenden der Informatik herzustellen.“

Höchstes Niveau
In einem spannende Finale sicherten sich Samuel Grütter aus Gümligen, (Gymnasium Kirchenfeld, BE), Timon Gehr aus Rehetobel (Kantonsschule Trogen, AR), Alain Vaucher aus Ecublens (Collège Sainte-Croix, FR) und Josef Ziegler aus Altdorf (Kantonale Mittelschule Uri, UR) die Goldmedaillen und damit einen Platz an der internationalen Informatik-Olympiade vom 14. bis 21. August 2010 in Kanada. Der Gewinner, Samuel Grütter, musste eine vorgezogene Schlussrunde absolvieren: er brillierte auch im Fach Philosophie und weilte gerade an der internationale Philosophie-Olympiade in Griechenland, von seinem Sieg erfuhr er daher in Abwesenheit. Es mussten knifflige Aufgaben gelöst werden, etwa ein System zu programmieren, mit dem Hochhausfenster möglichst effizient, aber gewinnbringend geputzt werden können oder ein Programm zu schreiben, welches Memory spielen kann. Niklaus Wirth, mehrfach ausgezeichneter Schweizer Informatikpionier und emeritierter ETH-Professor, verlieh den Junginformatikern die Auszeichnungen und ermahnte sie: „Das Wichtigste am Programmieren ist, Programme zu schreiben, die benutzt werden können.“ Weiter wurden für das Team, das für die Schweiz an der Zentraleuropäischen Informatik-Olympiade (CEOI) in der Slowakei antreten wird, Nachwuchstalente nominiert, die noch nie an einem Wettbewerb im Ausland waren, und die in diesem oder im nächsten Jahr noch als Teilnehmende in Frage kommen. Sandro Feuz, Präsident der Informatik-Olympiade, betont die ausserordentliche Leistungsbereitschaft der Teilnehmer: „Der Leistungswille ist enorm: Wir bekamen sogar zwischen den Wettbewerben Fragen zu Aufgaben und Algorithmen“. Alle Medaillengewinner sind in der unten aufgeführten Tabelle ersichtlich.

Schweizer Informatik-Olympiade
Die Schweizer Informatik-Olympiade (SOI) ist ein Programmierwettbewerb für Jugendliche unter 20 Jahren. Das Ziel der Olympiaden ist die Herausforderung und Ermutigung wissenschaftlich interessierter und begabter Mittelschülerinnen und -schüler. Die besten vier können sich nach mehreren Runden für die Teilnahme an der Internationalen Informatik-Olympiade qualifizieren, die 2010 in Kanada stattfinden wird. Hier werden sie auf Jugendliche aus über 80 Ländern treffen. Im Rahmen der Nachwuchsförderung wird auch eine Schweizer Delegation für die Central European Informatics Olympiad, die 2010 in der Slowakei stattfindet, selektioniert. In den vier Teilen des Finals herrschen die gleichen Bedingungen wie an einer Internationalen Informatik-Olympiade. Als Programmiersprache zugelassen ist Pascal, C und C++. Der Finalcontest dauert insgesamt 20 Stunden. Bewertet wird die Korrektheit der Resultate für die Eingabedaten und die Effizienz des Programms. Organisiert wird die nationale Ausscheidung durch den Verein Schweizer Informatik-Olympiade (SOI), der mehrheitlich durch ehemalige Teilnehmende getragen wird. Er ist aktives Mitglied im Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden und dadurch in stetem Austausch mit den Olympiaden in Chemie, Informatik, Mathematik und Physik. Die Schweizer Informatik-Olympiade geniesst die akademische Unterstützung der ETH. Die Finalrunde wird durch die Credit Suisse und IBM speziell gefördert, die mit ihrem Engagement auch nach dem Jahr der Informatik ein Zeichen für einen starken Informatikstandort Schweiz setzen.