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| Einmal Silber und dreimal Bronze an der Internationalen Biologie-Olympiade in Südkorea |
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| Medieninformation |
Grossartiger Olympiaerfolg für die Schweizer Jungbiologinnen und –biologien. Alle vier Mitglieder der Schweizer Delegation konnten an der Internationalen Biologie-Olympiade in Changwon in Südkorea eine Medaille holen: Rahel Brügger aus Niederlenz (AG) holte sich eine Silbermedaille während Anja Jordan aus Glis (VS), Cora Olpe aus Bottmingen (BL) und Daniel Ballmer aus Unterentfelden (AG) Bronze gewannen.
Silbermedaillengewinnerin im Schweizer Team, Rahel Brügger (Neue Kantonsschule Aarau), war zunächst enttäuscht „als die anderen eine Bronzemedaille abholen konnten, und ich immer noch nicht aufgerufen wurde“. Umso mehr die Glückgefühle und die Erleichterung, als Rahels Name aufgerufen wurde und sie sich ihre Silbermedaille um den Hals hängen lassen konnte. Die grosse Freude in der Schweizer Delegation wurde durch den Gewinn von Bronze durch Anja Jordan (Kollegium Spiritus Sanctus), Cora Olpe (Gymnasium Oberwil) und Daniel Ballmer (Neue Kantonsschule Aarau) komplettiert.
Teamleader Daniel Wegmann zeigte sich äusserst zufrieden: „2010 ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem das Schweizer Team vier Medaillen nach Hause bringt“!
Anspruchsvolle Theorie, vielseitige Praktika
Die Hürden an einer Internationale Biologie-Olympiade teilnehmen zu können sind hoch: Es müssen mehrere Vorrunden auf nationaler Ebene bestanden werden, so dass sich am Schluss noch vier Schülerinnen und Schüler von insgesamt 903 Erstrundenteilnehmenden international messen können – die absolut besten vier Schweizer Nachwuchsbiologinnen und-biologen! Sie messen sich an der Internationalen Biologie-Olympiade mit mehr als 200 Teilnehmenden aus 60 Nationen. Es galt, Praktika in den Bereichen Genetik und Zellbiologie, Physiologie und Anatomie, Systematik sowie in Ökologie zu absolvieren. So mussten die Teilnehmenden mittels molekularbiologischer Methoden den Genotyp einer Pflanze bestimmen sowie mithilfe der Photospektrometrie die Proteinkonzentrationen und die Enzymaktivitäten in Pflanzenextrakten messen. In einem weiteren Praktikum schliesslich wurde eine Spinne seziert und neurophysiologisch analysiert. Neben diesen Praktika waren anspruchsvolle theoretische Aufgaben zu bewältigen. Laut Teamleader Daniel Wegmann lag die Stärke der Schweizer Delegation vor allem bei den Praktika. Diese wurden in einer Vorbereitungswoche in der Schweiz intensiv trainiert.
Wie immer waren auch die Betreuerteams sehr gefordert: Prüfungen mussten übersetzt, korrekturgelesen, abgeglichen und korrigiert werden, wobei dies meist bis in die frühen Morgenstunden zu tun gab.
Exkursionen in die südkoreanische Kultur und Biologie
Neben wissenschaftlichen Höchstleistungen wird der kulturelle und sprachliche Austausch grossgeschrieben: nicht nur konnten sich die Olympioniken jeden Tag in einem Newsletter ein paar Brocken Koreanisch aneignen sondern es gab auch einige spannende Exkursionen kultureller und biologischer Art zu geniessen. So gibt Silbermedaillengewinnerin Rahel Brügger zu Protokoll, dass sie die Teakwondo-Aufführung „grossartig“ fand, ebenso den unter kundiger Führung veranstalteteten Tempelbesuch. Auch Bronzemedaillengewinner Daniel Ballmer fand während einer Exkursion am Strand „ein Paradies für mein Makro, es wimmelte von erstaunlich gut getarnten Krabben und riesigen Meerasseln nur so“.
Die südkoreanischen Organisatoren zeichneten sich durch Gastfreundschaft und Organisationstalent aus und das Schweizer Team nutzte die Zeit nicht nur für den kulturellen Austausch, sondern auch um eine zukünftige Trainingspartnerschaft mit Deutschland zu etablieren.
Die Internationale Biologie-Olympiade (IBO) ist ein Wettbewerb für junge Biologinnen und Biologen, die sich für mehr als den Mittelschulstoff interessieren. Das Ziel der Olympiaden ist die Herausforderung und Ermutigung wissenschaftlich interessierter und begabter Mittelschülerinnen und -schüler sowie der internationale Austausch. Jedes der ca. 60 Mitgliedsländer kann ein Team von maximal 4 Jugendlichen unter 20 Jahren stellen, die in einer nationalen Olympiade selektioniert worden sind. Die Schweiz beteiligt sich seit 1999 an der Biologie-Olympiade. Die erste Runde 2010 absolvierten 903 Schweizer Schülerinnen und Schüler.
Die Organisation der Schweizer Biologie Olympiade SBO, der Einsitz der Schweiz in der Jury der International Biology Olympiad IBO sowie die nationale Vorbereitung übernimmt der Verein «ibo|suisse» und seine ehrenamtlich tätigen Mitglieder. Er ist aktives Mitglied im Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden und arbeitet in interdisziplinären Projekten mit den Olympiaden in Chemie, Informatik, Mathematik und Physik zusammen. Als Leader und Mitglieder der internationalen Jury reisten 2010 Daniel Wegmann (University of California, Los Angeles), Thierry Aebischer und Miriam Luginbühl (beide Universität Bern) nach Südkorea.
Der Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden hat über die Biologie-Olympiade einen Dokumentarfilm drehen lassen, der am 20. August 2010 in St. Gallen zur Uraufführung kommt. Die DVD des Films wird anschliessend an alle Schweizer Mittelschulen verschickt.
Weitere nationale und internationale Olympiaden finden in den Disziplinen Mathematik, Chemie, Informatik und Physik statt. Im Rahmen des Verbands Schweizer Wissenschafts-Olympiaden gibt es Austausch und Zusammenarbeit unter den verschiedenen Disziplinen sowie alljährlich einen öffentlichen interdisziplinären Anlass, den Swiss Scientific Olympiads Day.
Austragungsort IBO 2011: Taipeh (Taiwan).
Start: August 2010 an jeder Schweizer Mittelschule.
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